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Richtlatte auf einem fertig verlegten Fliesenboden, Messkeil im Spalt darunter
Albert Neziraj in Arbeitskleidung in einem Bad im Rohbau
Albert NezirajIhr Fliesenleger

Referenzen, diesich nachmessenlassen

Fliesenlegermeister für das Rhein-Ruhr-Gebiet. Die Bilder zeigen Technik und Format. Woran sich eine fertige Fläche prüfen lässt, steht darunter: Ebenheit, Höhenversatz, Fugenbild.

Meisterbetrieb15 Jahre im HandwerkMaße nach DIN 18202

Galerie

Arbeiten aus der Praxis

Format, Verband und Anschluss: die Punkte, an denen sich eine Fliesenfläche entscheidet.

Altes Bad vor der Sanierung mit kleinformatigen Fliesen
vorher
Dasselbe Bad nach der Sanierung mit Großformat und bodengleicher Dusche
nachher · Großformat 60 × 120 an Wand und Boden
Bodengleiche Dusche mit Duschrinne und geflieste Wandnische
Bodengleiche DuscheRinne und Wandnische
Küchenboden aus Feinsteinzeug 60 mal 60 Zentimeter im Kreuzverband
Feinsteinzeug 60 × 60Kreuzverband, Küche
Balkon mit frostsicherem Feinsteinzeug, Gefälle und Randabschluss
Balkon frostsicherGefälle und Randabschluss
Innentreppe mit Naturstein-Stufen und passendem Wandsockel
Naturstein, TreppeStufen und Wandsockel

Regelwerk

Das Regelwerk hinter einer Fliesenfläche

Fliesenarbeiten sind in der VOB/C geregelt, in der ATV DIN 18352. Für Maße und Ebenheit verweist sie auf die DIN 18202, für die Abdichtung gilt die DIN 18534. Wer das Regelwerk kennt, kann ein Angebot lesen und eine fertige Fläche beurteilen.

NormGegenstandFolge für die fertige Fläche
DIN 18352Fliesen- und Plattenarbeiten in der VOB/CRegelt Ausführung, Nebenleistungen und Abrechnung und verpflichtet zur Bedenkenanmeldung
DIN 18202Toleranzen im HochbauGibt die Grenzwerte für Ebenheit, Höhenlage und Winkel vor, gestaffelt nach Messpunktabstand
DIN 18157Ansetzen im DünnbettverfahrenRegelt das Kleberbett und die Benetzung, also alles, was unter der Platte passiert
DIN 18534Abdichtung im InnenraumVerlangt die Verbundabdichtung im Spritzwasserbereich, seit 2017 und ohne Ausnahme
DIN 18065GebäudetreppenBindet Steigung und Auftritt auch dann, wenn die Stufe nur noch belegt wird

Die ATV DIN 18352 gilt für Keramik, Platten, Mosaik und Glas. Naturwerkstein fällt unter ein eigenes Gewerk und damit unter eine eigene ATV.

Ebenheit

Ebenheit wird gegen die Latte gemessen

Gemessen wird mit einer geraden Latte, die mit beiden Enden auf der Fläche aufliegt. Der Abstand dieser Auflagepunkte heißt Messpunktabstand, der größte senkrechte Abstand zwischen Latte und Fläche heißt Stichmaß. Die Neigung geht dabei nicht ein: Ein Gefälleestrich hält dieselben Werte wie eine waagerechte Fläche, weil gegen die aufliegende Latte gemessen wird und nicht gegen die Waagerechte.

2 mm

0,1 Meter

Die kürzeste Bezugsstrecke der Tabelle. Sie bildet den Übergang zwischen zwei Platten ab und findet kurze Kanten, die über die Raumlänge nicht auffallen.

Stufe 1 von 5: 2 mm
4 mm

1 Meter

Das Maß, an dem sich die meisten Streitfälle entscheiden. Eine Latte von einem Meter passt in jedes Bad und deckt die Kantenlänge großer Platten jeweils sicher ab.

Stufe 2 von 5: 4 mm
10 mm

4 Meter

Die übliche Strecke für einen Wohnraum. Wer nur hier misst, bekommt ein schmeichelhaftes Ergebnis, weil sich eine Senke über die ganze Länge verteilen darf.

Stufe 3 von 5: 10 mm
12 mm

10 Meter

Für durchgehende Flächen über mehrere Räume. Von hier an wächst der Grenzwert kaum noch, weil lange Wellen für den Belag selbst keine Gefahr mehr bedeuten.

Stufe 4 von 5: 12 mm
15 mm

15 Meter

Der oberste Eintrag der Tabelle. Bei dieser Strecke liegt der Grenzwert der verschärften Zeile gleichauf mit dem der Regelzeile, der Unterschied verschwindet vollständig.

Stufe 5 von 5: 15 mm

Werte für flächenfertige Böden und Beläge nach DIN 18202, Tabelle 3. Zwischenwerte werden linear interpoliert. Gemessen wird mit Richtlatte und Messkeil, und zwar nicht über Bewegungs- und Randfugen hinweg, nicht über Bauteilkanten und nicht in den letzten Zentimetern vor einer aufgehenden Wand.

Bezugsstrecke

Der Grenzwert steigt mit der Messstrecke

Die Grenzwerte steigen mit der Länge der Bezugsstrecke, und daraus entsteht die häufigste Fehlbeurteilung. Wer an der langen Latte misst und den langen Grenzwert danebenhält, übersieht, dass jede kürzere Strecke innerhalb der langen ihren eigenen Wert halten muss.

Bezugsstrecke
4 Meter
gemessen
8 mm
zulässig
10 mm

innerhalb der Toleranz

Über die volle Bezugsstrecke verteilt sich der Abtrag auf eine lange, flache Mulde. Der Grenzwert liegt hier bei 10 mm, die gemessenen 8 mm bleiben darunter.

Bezugsstrecke
1 Meter
gemessen
8 mm
zulässig
4 mm

außerhalb der Toleranz

Dieselbe Fläche, dieselbe Abweichung, kürzere Latte. Auf einem Meter erlaubt die Tabelle nur 4 mm. Die gemessenen 8 mm überschreiten das um das Doppelte.

Beide Messungen gelten derselben Fläche. Eine lange flache Mulde ist verhältnismäßig unkritisch, eine kurze steile Kante ist es nicht, und zwar unabhängig davon, welche Latte gerade zur Hand ist.

Vereinbarung

Verschärfte Werte muss man vereinbaren

Die DIN 18202 führt für flächenfertige Böden eine Regelzeile und eine verschärfte Zeile. Die verschärfte gilt nicht von selbst. Sie muss vereinbart sein, und sie verlangt ein anderes Verfahren statt nur mehr Sorgfalt: engere Höhenführung, mehr Lehren, oft einen zweiten Abziehgang.

  • Im Vertrag steht nichts über die Ebenheit der Fläche

    Regelanforderung

    Dann gelten die Regelzeilen der Tabelle 3, also 2 mm auf 0,1 Meter und 4 mm auf einen Meter. Eine Fläche, die diese Werte vollständig ausreizt, würde in der Praxis kaum abgenommen. Die Norm ist der untere Rand und kein Qualitätsziel.

  • Das Format liegt bei 60 × 120 Zentimeter oder darüber

    Erhöhte Anforderung

    Bei großen Platten zählt die Abweichung über die Kantenlänge, also über eine sehr kurze Strecke mit entsprechend engem Grenzwert. Dann gelten 1 mm auf 0,1 Meter und 3 mm auf einen Meter, oder es kommt eine Spachtelschicht dazu.

  • Großformat soll im Versatz statt auf Kreuzfuge liegen

    Kreuzfuge, Drittelverband

    Großformatiges Steinzeug schüsselt herstellungsbedingt leicht. Je stärker der Versatz ausfällt, desto eher trifft die hohe Mitte einer Platte auf die tiefe Kante der nächsten. Für dieses Format sind Kreuzfuge und Drittelverband die sichere Wahl.

  • Die Rohdecke biegt sich unter Last erkennbar durch

    Bedenken anmelden

    Last, Kriechen, Schwinden und Temperatur verformen den Untergrund, teilweise erst lange nach dem Verlegen. Wer das vorher erkennt, meldet nach ATV DIN 18352 Abschnitt 3.1.1 schriftlich Bedenken an, bevor die erste Platte im Kleber liegt.

Im kurzen Bereich ist der Unterschied zwischen beiden Zeilen am größten, bei 10 und 15 Metern sind die Werte gleich. Die verschärfte Zeile zielt damit genau auf die kurzwellige Welligkeit, die bei Großformat und im streifenden Licht auffällt.

Untergrund

Für den Ausgleich hat jede Lage ihren Spielraum

Eine Rohdecke darf über 4 Meter um 20 mm von der Ebene abweichen, der Estrich darauf nur um 10 mm. Diese Differenz muss irgendwo untergebracht werden, und jede Lage im Aufbau hat dafür ihren eigenen Spielraum. Wer die Aufbauhöhe knapp auf die Nenndicke plant, hat für den Ausgleich später keinen Platz mehr.

Von unten nach oben gelesen

  1. Rohdecke

    20 mm / 4 m

    Der größte Spielraum im ganzen Aufbau. Eine Rohdecke darf über 4 Meter um 20 mm von der Ebene abweichen, und dieser Spielraum wird in der Praxis auch genutzt.

  2. Estrich

    10 mm / 4 m

    Ein Estrich, der einen Belag aufnimmt, hält nur noch die Hälfte. Die Differenz zur Rohdecke muss hier untergebracht werden, als Mehrdicke oder im Dämmaufbau.

  3. Spachtelung

    nach Befund

    Die Lage, die den Rest aufnimmt. Sie kommt dazu, wenn der Untergrund gerade noch in der Toleranz liegt, das geplante Format aber engere Werte verlangt.

  4. Kleberbett

    1 bis 5 mm

    Im Dünnbett gemessen am fertigen Belag. Ausgleichen lässt sich damit fast nichts. Das Mittelbett gibt mehr Spielraum und wird deshalb bei unruhigem Untergrund gesetzt.

  5. Fertiger Belag

    10 mm / 4 m

    Die Fliesenfläche fällt in dieselbe Zeile wie der Estrich darunter. Was auf dem Weg nach oben nicht ausgeglichen wurde, steht am Ende in der Fläche und bleibt dort.

Deshalb messe ich den Untergrund, bevor ich ein Angebot schreibe. Eine Spachtelung braucht Aufbauhöhe und Trocknungszeit, und ob beides da ist, sehe ich nur vor Ort. Auf der Baustelle nachholen lässt sich das nicht.

Höhenversatz

Höhenversätze und Stufenmaße

Die Ebenheit einer Fläche und der Versatz zwischen benachbarten Platten sind verschiedene Dinge, und sie werden nach verschiedenen Regelwerken beurteilt. Wer das trennt, redet bei der Abnahme über dieselbe Sache wie sein Handwerker.

Fliese neben Fliese

Der Höhenversatz zweier benachbarter Platten, im Gewerk Überzahn genannt. Dafür gilt keine Norm, es greifen Merkblätter.

zulässiger Versatz
1,0 bis 1,3 mm
Anteil der Fläche
höchstens 10 %
Messmittel vor Ort
Versatztaster

Treppenstufe auf Stufe

Wird eine Treppe belegt, bindet die DIN 18065 das fertige Maß. Die Toleranz gilt dann für die belegte Stufe und nicht für den Rohbau.

Steigung je Stufe
± 5 mm
Auftritt je Stufe
± 5 mm
benachbarte Stufen
5 mm Differenz

Fläche zum Meterriss

Die Höhenlage ist eine eigene Anforderung neben der Ebenheit. Eine Fläche kann eben sein und trotzdem zu hoch liegen.

fertiger Fliesenboden
± 10 mm
Estrich vor dem Belag
± 16 mm
Bezugspunkt im Raum
Meterriss

Tabelle 3 der DIN 18202 gilt ausdrücklich nicht für Absätze und Höhensprünge zwischen benachbarten Bauteilen, Überzähne fallen also nicht darunter. Sie werden nach Merkblatt beurteilt: Der Bundesverband Deutscher Steinmetze nennt für Platten bis 75 Zentimeter Kantenlänge 1,0 Millimeter, in der gutachterlichen Praxis hat sich die Höhe einer Fünf-Cent-Münze mit 1,3 Millimetern durchgesetzt.

Betrachtung

Aus welchem Abstand eine Fläche beurteilt wird

Für die Begutachtung keramischer Beläge gibt es feste Regeln zu Abstand und Blickwinkel. Sie bilden ab, wie die Fläche später genutzt und gesehen wird.

1 bis 1,5 m

Wandflächen aus Abstand

Eine Wandbekleidung wird aus mindestens einem bis anderthalb Metern Entfernung beurteilt, also aus der Entfernung, aus der man im Raum tatsächlich davorsteht. Wer mit der Nase an der Fuge sucht, findet immer etwas.

höchstens 45 Grad

Böden im Stehen

Für einen Bodenbelag gilt die aufrechte, leicht gebeugte Haltung, der Blickwinkel geht dabei nicht über 45 Grad hinaus. Auch das entspricht der Nutzung: Man geht über einen Boden und kniet normalerweise nicht darauf.

ohne Mängelrüge

Streiflicht gehört dazu

Selbst auf einem Untergrund innerhalb der Toleranzen bleiben im streifenden Licht Oberflächenunterschiede sichtbar. Sie sind in der Praxis unvermeidbar, zulässig und ausdrücklich kein Grund für eine Rüge.

Diese Regeln gelten für die Begutachtung einer verlegten Fläche. Sie heben keinen Messwert auf: Was die Richtlatte an Stichmaß anzeigt, bleibt davon unberührt.

Fugen

Am Fugenbild sieht man den Verlegeplan

Der Verlegeplan steht vorher

Mit der ersten Platte stehen die Randschnitte an Wand, Tür und Ablauf. Deshalb lege ich den Verlegeplan vor dem ersten Kleber fest.

Die Fuge nimmt Toleranzen auf

Fliesen lassen sich nicht punktgenau brennen. Die ATV DIN 18352 weist der Fuge die Aufgabe zu, diese Abweichung aufzufangen.

Der Ausgleich wird verteilt

Fällt eine Platte größer aus als ihr Werkmaß, schnürt die Fuge ein. Der Ausgleich gehört auf beide benachbarten Fugen zugleich.

Gleichmäßig breit bleibt das Ziel

Dieselbe Norm verlangt gleichmäßige Fugen. Wo das Bild einer Fläche sichtbar kippt, liegt zumindest ein optischer Mangel vor.

Außenecke mit auf Gehrung geschnittenen Fliesen und schmaler Fuge
Außenecke auf Gehrung geschnitten, die Fugenbreite läuft durch

Bewegung

Jede Fuge im Belag hat eine Aufgabe

Eine Fliesenfläche ist starr, das Bauwerk darunter ist es nicht. Jede Fuge im Belag hat deshalb eine Aufgabe, und wenn sie fehlt, sucht sich die Bewegung einen anderen Weg.

FugenartWo sie liegtWas sie aufnimmt
PlattenfugeZwischen zwei benachbarten FliesenDie Maßabweichung der Fliesen und kleine Längenänderungen
RandfugeAm Übergang zu Wand, Zarge und EinbauteilDie Bewegung zwischen Belag und Bauteil, elastisch ausgeführt
FeldbegrenzungsfugeInnerhalb großer zusammenhängender FlächenDie Längenänderung des Belags und des Untergrunds darunter
GebäudetrennfugeDort, wo das Bauwerk selbst getrennt istDie Bewegung der Konstruktion an genau dieser Trennstelle

Einen allgemeingültigen Abstand für Feldbegrenzungsfugen geben die Quellen nicht vor. Er folgt aus Fläche, Untergrund und Nutzung und wird beim Aufmaß festgelegt.

Nachweise

Nachweise, die Sie verlangen können

Ein Eintrag in der Handwerksrolle lässt sich nachsehen, eine Haftpflicht ebenso. Diese Punkte kosten Sie ein paar Minuten, bevor Sie unterschreiben.

Handwerkskammer

Eintrag prüfen

Das Fliesenlegerhandwerk steht seit dem 14. Februar 2020 wieder in Anlage A der Handwerksordnung, unter der Nummer 42. Wer einen eigenen Betrieb führt, ist in der Handwerksrolle eingetragen, und die ist öffentlich einsehbar.

Leistungsumfang

Angebote lesen

Ein Angebot ist gegen ein anderes erst dann lesbar, wenn beide dasselbe enthalten. Untergrund, Abdichtung, Entsorgung und Gewährleistung gehören einzeln hinein, und erst danach sagt die Endsumme überhaupt etwas aus.

Versicherung

Haftung klären

Ein Subunternehmer ohne eigene Gewerbeanmeldung hat auch keinen Versicherungsschutz. Geht auf der Baustelle etwas zu Bruch, kann die Haftung dafür am Ende beim Auftraggeber landen, also bei Ihnen als Bauherr.

Vor Baubeginn

Bedenken prüfen

Nach der ATV DIN 18352 meldet der Betrieb schriftlich Bedenken an, sobald der Untergrund die Toleranzen nicht hält, und zwar vor Beginn der Arbeiten. Wer das von sich aus tut, hat die Fläche vorher gemessen und nicht nur angesehen.

Nach diesen Punkten dürfen Sie auch bei mir fragen. Ein Betrieb, der die Antwort schuldig bleibt, hat sie meistens nicht.

Was unter der Fliese liegt, steht auf den Leistungsseiten. Die Eigenschaften der Oberfläche stehen im Ratgeber, das Einsatzgebiet unter Standorte.

Fragen

Häufige Fragen zur fertigen Fläche

Kontakt

Aufmaß vor Ort, Festpreis vor Beginn

Schreiben Sie mir, worum es geht, oder rufen Sie an. Ich messe den Untergrund, bevor ich ein Angebot schreibe, und sage Ihnen vorher, ob eine Spachtelung dazukommt.

Für die Eingangsbestätigung. Ohne Adresse melde ich mich telefonisch.

Fotos helfen, sind aber kein Muss. Schicken Sie sie gern per Mail nach.

Albert Neziraj nimmt in einem Altbad mit Zollstock und Block Maß
Albert NezirajFliesenlegermeister
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