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Travertinplatte wird in ein gekämmtes Bett aus weißem Natursteinkleber gesetzt
Albert Neziraj in Arbeitskleidung in einem Bad im Rohbau
Albert NezirajIhr Fliesenleger

Naturstein verlegenfängt beim Kleber an

Marmor, Granit, Travertin und Schiefer verhalten sich jeder anders. Kleber, Fuge und Schutz richte ich nach dem Stein aus, den Sie ausgesucht haben, und nicht nach dem, was gerade im Lager steht.

Kleber nach SteinImprägnierung inklusiveAufmaß kostenlos

Materialwahl

Naturstein oder Feinsteinzeug

Die Seite heißt Naturstein und Feinsteinzeug, weil beides zu meiner Arbeit gehört. Bevor Sie bestellen, sollten Sie wissen, welches Material Ihnen das bringt, was Sie sich vorstellen.

Dafür lohnt sich Naturstein

  • Jede Platte trägt eine eigene Zeichnung. Zwei Flächen aus demselben Bruch sehen nie exakt gleich aus.
  • Der Stein nimmt die Wärme der Fußbodenheizung auf und gibt sie danach langsam an den Raum zurück.
  • Kalkstein und Travertin setzen über die Jahre eine Patina an, die viele Bauherren bewusst so wollen.
  • Die Oberfläche fühlt sich unter dem Fuß nach Stein an und nicht nach der Nachbildung eines Steins.
  • Marmor und Travertin liegen in Bauwerken, die zweitausend Jahre alt sind, und tragen dort bis heute.

Dann rate ich zu Feinsteinzeug

  • Wasseraufnahme unter 0,5 Prozent und damit frostsicher ohne weiteren Nachweis.
  • Formate bis 150 mal 300 Zentimeter. Bei Naturstein ist um 125 mal 65 Schluss.
  • Keine Imprägnierung, kein Nachbehandeln, im Alltag unempfindlich gegen Reiniger.
  • Gleiche Maße und gleiche Zeichnung in jeder Packung, die Fläche ist vorher planbar.

Es gibt einen dritten Weg: Feinsteinzeug in Natursteinoptik. Das ist Keramik mit der Zeichnung des Steins, und es wird auch wie Keramik verlegt und gepflegt.

Gesteinsarten

Jedes Gestein stellt eigene Bedingungen

Naturstein ist ein Sammelbegriff für sehr verschiedene Gesteine. Die Härte reicht von Marmor bis Granit, die Wasseraufnahme von nahezu null bis zwanzig Prozent. Danach richtet sich alles Weitere.

Mohs 6 bis 7 · unter 0,5 %

Granit

Hart, säurefest, frostbeständig und abriebfest. Der unkomplizierteste Naturstein im Haus, auch in der Küche neben Wein und Zitrone. Das hohe Eigengewicht verlangt einen tragfähigen Untergrund.

Mohs 3 bis 4 · kalkhaltig

Marmor

Weich und polierfähig, reagiert aber auf jede Säure. Heller Marmor bekommt ausschließlich Weißzement-Kleber, grauer Kleber verfärbt ihn von unten her. Vor dem Verfugen schütze ich die Oberfläche.

offene Poren · bis 8 %

Travertin

Sedimentkalkstein mit sichtbaren Poren und warmer, mediterraner Wirkung. Im Bad nehme ich die gespachtelte Variante oder fülle die Poren vorher. Der Schutz hält hier kürzer als auf Granit.

naturgespalten · weich

Schiefer

Dunkel, lebendig, mit spaltrauer Oberfläche. Die Rückseite ist uneben, deshalb kommt der Kleber beidseitig oder die Platte ins Mittelbett. Aufragende Kanten prüfe ich in Barfußbereichen nach.

weich · kalkhaltig

Kalkstein

Warm im Ton, weich in der Oberfläche, setzt mit den Jahren Patina an. Säureempfindlich wie Marmor. Draußen nur in geschützter Lage, in Frostlagen sprengt die Feuchtigkeit das Gefüge auf.

saugend · 5 bis 20 %

Sandstein

Nimmt von allen Sorten am meisten Wasser auf und ist deshalb drinnen zu Hause. Vollständige Imprägnierung ist Pflicht, grauer Zementkleber vergilbt ihn. Draußen nur überdacht und mit Nachweis.

Härteangaben nach der Mohs-Skala, Wasseraufnahme nach Prüfung am Gestein. Welche Werte Ihr Stein hat, steht im Datenblatt des Händlers.

Verlegematerial

Kleber, Fuge und Silikon folgen dem Stein

Bei Keramik ist die Materialwahl schnell erledigt. Bei Naturstein löst jede Eigenschaft des Steins eine eigene Vorgabe aus, und ein falsches Produkt richtet Schaden an, der sich nicht mehr wegpolieren lässt.

  • Der Stein ist hell oder saugfähig

    Weißzement-Kleber

    Grauer Portlandzement führt zwei bis vier Prozent Eisenoxid im Klinker. Bei Marmor, hellem Kalkstein und Travertin wandert es durch die feinen Poren nach oben und vergilbt die Platte von unten.

  • Die Platte ist größer als 30 mal 30

    Kleber beidseitig

    Ab diesem Format trägt ein gekämmtes Kleberbett allein nicht mehr vollflächig. Ich trage den Kleber zusätzlich auf die Rückseite auf und kämme ihn quer zu den Furchen am Boden durch.

  • Der Untergrund hat Risse oder ist jung

    Entkopplungsmatte

    Naturstein ist spröder als Feinsteinzeug und hat kaum Eigenelastizität. Jeder Schwindriss im Estrich kommt sonst direkt in der Platte an, bei poliertem Marmor sofort als feiner Haarriss.

  • Der Aufbau soll nicht ausblühen

    Trasshaltiger Mörtel

    Trass bindet den freien Kalk, der sonst mit dem Wasser nach oben wandert und als weißer Schleier auf der Fläche abtrocknet. Das gilt für das Kleberbett genauso wie für den Fugenmörtel.

  • Die Randfuge trifft auf Kalkstein

    Natursteinsilikon

    Handelsübliches Silikon härtet unter Abspaltung von Essigsäure aus. Auf Marmor, Kalkstein und Travertin zieht sie einen matten Streifen entlang der Fuge. Natursteinsilikon vernetzt neutral.

Welches Produkt im Einzelfall passt, prüfe ich am Steinmuster und nicht am Handelsnamen. Grundlage sind die Allgemeinen Fachregeln für den Fliesenleger und die Datenblätter der Hersteller.

Aufbau

Aufbau unter einer Natursteinfläche

Den fertigen Boden sehen Sie. Ob er in zehn Jahren noch sitzt, hat sich darunter entschieden. Diese Lagen baue ich auf, von der Rohdecke bis zur Schutzbehandlung.

Von unten nach oben

  1. Tragender Untergrund

    eben und trocken

    Estrich oder Betondecke. Ich prüfe Ebenheit, Restfeuchte und lose Stellen, bevor irgendetwas darauf kommt. Was hier nicht trägt, trägt auch unter der Platte nicht.

  2. Haftgrundierung

    nach Saugverhalten

    Ein saugender Untergrund zieht dem frischen Kleber das Anmachwasser weg und stört die Erhärtung. Die Grundierung wähle ich danach, wie stark der Untergrund zieht.

  3. Entkopplungsmatte

    nur wenn nötig

    Bei Rissen im Estrich, bei jungem Estrich und über Fußbodenheizung. Die Matte nimmt die Bewegung auf, bevor sie den spröden Stein erreicht, und hebt den Aufbau um wenige Millimeter an.

  4. Abdichtung im Nassbereich

    DIN 18534

    Im Spritzwasserbereich liegt unter dem Kleber die Verbundabdichtung. Ohne sie zieht Wasser in den Untergrund, und der Schaden wird erst Jahre später sichtbar.

  5. Natursteinkleber

    Mittelbett

    Platten dürfen nach DIN EN 1341 bei dreißig Millimeter Nenndicke um drei Millimeter abweichen. Das Mittelbett gleicht diese Stärkenunterschiede aus, ein dünnes Kleberbett kann das nicht.

  6. Die Platte selbst

    hohlraumfrei

    Kleber auf Untergrund und Rückseite, dann die Platte einschieben statt einschlagen. Hohlräume unter dem Stein führen zu Bruch unter Punktlast und draußen zu Frostsprengung.

  7. Imprägnierung

    nach 28 Tagen

    Die oberste Lage sieht später niemand. Sie geht erst auf, wenn Kleber und Fuge vollständig durchgehärtet sind, sonst schließt sie Restfeuchte im Stein ein.

Naturwerksteinarbeiten sind in DIN 18332 geregelt, die Abdichtung im Nassbereich in DIN 18534. Beides gehört zum Angebot und nicht in eine Nachtragsrechnung.

Einsatzbereich

Je kälter die Lage, desto dichter der Stein

Die Wasseraufnahme ist der Wert, an dem sich draußen alles entscheidet. Je kälter und nasser die Lage, desto dichter muss der Stein sein.

bis 8 %

Innen und trocken

Wohnraum, Flur und Schlafzimmer. Die Wasseraufnahme ist hier kein Ausschlusskriterium, auch der poröse Travertin liegt dort richtig. Ausgewählt wird dann nach Härte und nach Beanspruchung.

Stufe 1 von 3: bis 8 %
unter 3 %

Terrasse und Balkon

Frostbeständig ist ein Stein, dessen Wasseraufnahme dauerhaft unter drei Prozent bleibt. Granit und dichter Schiefer erfüllen das, Sandstein und weicher Kalkstein erfüllen es dagegen nicht.

Stufe 2 von 3: unter 3 %
unter 0,5 %

Frost und Tausalz

Einfahrt, Außentreppe, Nordseite ohne Sonne. Hier bleiben Granit und Basalt mit nachgewiesener Frostbeständigkeit. Marmor und Travertin sprengt der Frost nach wenigen Wintern auf.

Rutschhemmung draußen mindestens R11, im Bad genügt R10. Die Klassen regelt DIN 51130.

Stufe 3 von 3: unter 0,5 %

Der frostsichere Aufbau mit Gefälle, Drainage und Randabschluss gehört zur Terrasse und zum Balkon und steht auf der eigenen Seite dazu.

Ablauf

Von der Steinauswahl bis zur imprägnierten Fläche

Naturstein braucht einen Termin mehr als Keramik, weil die Schutzbehandlung erst nach dem Durchhärten aufgetragen werden darf. Das sage ich Ihnen vorher, nicht hinterher.

  1. 01

    Anfrage

    Sie sagen mir, welcher Stein es werden soll und wie groß die Fläche ist. Ein Foto hilft, nötig ist es nicht.

    Rückmeldung am Werktag
  2. 02

    Aufmaß vor Ort

    kostenlos

    Ich messe auf, klopfe den Untergrund ab und sehe mir Ihr Steinmuster an. Dabei prüfe ich auch die Plattenstärke.

    60 bis 90 Minuten
  3. 03

    Angebot

    Schriftlich, getrennt nach Arbeit und Material. Kleber, Fugenmörtel und Schutzbehandlung stehen einzeln darin.

    innerhalb von 3 Werktagen
  4. 04

    Verlegen

    Untergrund, bei Bedarf Entkopplung, dann die Platten mit Kleber auf beiden Seiten. Verfugt wird am Folgetag.

    nach Fläche und Format
  5. 05

    Schutz und Abnahme

    Die Imprägnierung kommt nach dem Durchhärten, die Fußbodenheizung bleibt dafür aus. Danach gehe ich die Fläche mit Ihnen ab.

    28 Tage nach Verlegung

Die Zeitangaben sind Richtwerte. Naturstein braucht einen Termin mehr, weil die Schutzbehandlung erst nach dem Durchhärten kommt.

Schutzbehandlung

Imprägnieren oder versiegeln

Beide Verfahren erleichtern die Reinigung, aber sie tun es auf verschiedene Art. Ich arbeite mit Imprägnierung, weil der Stein dabei offenporig bleibt.

KriteriumImprägnierungVersiegelung
WirkungDringt in das Porengefüge ein und macht die Porenwände wasserabweisend.Legt einen geschlossenen Film auf die Oberfläche des Steins.
AussehenFarbe und Glanz des Steins bleiben nahezu unverändert.Verändert den Charakter sichtbar, oft mit einem Nasseffekt.
DampfdiffusionBleibt offen, Restfeuchte kann nach oben entweichen.Gesperrt. Eingeschlossene Feuchtigkeit drückt den Film ab.
AbnutzungLässt gleichmäßig nach, ohne eine sichtbare Kante zu bilden.Läuft an den Laufwegen ab und hinterlässt sichtbare Spuren.
ErneuerungAlle drei bis fünf Jahre, bei starker Nutzung früher.Ähnlicher Abstand, davor muss der alte Film abgetragen werden.

Auf poliertem Marmor kommt nie eine Vollversiegelung, der Film platzt durch eingeschlossene Feuchtigkeit von innen ab. Und keine Behandlung macht einen säureempfindlichen Stein säurefest.

Schadensbilder

Schadensbilder und ihre Ursachen

Diese Bilder zeigen sich erst Wochen bis Monate nach der Abnahme. Entschieden werden sie lange vorher, beim Material und beim Aufbau.

SchadensbildUrsacheWas dagegen hilft
HohlstellenDer Kleber wurde nur gekämmt aufgetragen, die Platte liegt stellenweise frei.Kleber beidseitig auftragen und die Benetzung an einer angehobenen Platte prüfen.
Gelbe SchleierGrauer Zementkleber unter einem hellen, saugfähigen Stein.Weißzement bei Kleber und Fuge, Oberfläche vor dem Verfugen vorbehandeln.
Risse in der FlächeBewegung im Untergrund, die der spröde Stein mittragen muss.Risse vor der Verlegung aufnehmen und den Belag bei Bedarf entkoppeln.
Weiße AusblühungenKalk und Salze wandern mit Feuchtigkeit aus dem Untergrund nach oben.Trasshaltiger Mörtel, hohlraumfreie Verklebung, kein stehendes Wasser im Aufbau.

Keines dieser Bilder lässt sich nachträglich sauber beheben. Hohlstellen und Risse bedeuten Rückbau, Verfärbungen bleiben im Stein.

Fragen

Häufige Fragen

Kontakt

Sagen Sie mir, welchen Stein Sie im Blick haben

Schildern Sie Ihr Vorhaben in zwei Sätzen. Wenn Sie schon ein Muster oder ein Datenblatt haben, bringen Sie es zum Aufmaß mit. Ich melde mich am selben Werktag.

Für die Eingangsbestätigung. Ohne Adresse melde ich mich telefonisch.

Fotos helfen, sind aber kein Muss. Schicken Sie sie gern per Mail nach.

Albert Neziraj in Arbeitskleidung in einem Bad im Rohbau
Albert NezirajFliesenlegermeister
Lieber direkt sprechen0201 000 000Montag bis Freitag, 7 bis 18 Uhr
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