Granit
Hart, säurefest, frostbeständig und abriebfest. Der unkomplizierteste Naturstein im Haus, auch in der Küche neben Wein und Zitrone. Das hohe Eigengewicht verlangt einen tragfähigen Untergrund.
Rhein-Ruhr und Umgebung
Rückmeldung am selben Werktag


Marmor, Granit, Travertin und Schiefer verhalten sich jeder anders. Kleber, Fuge und Schutz richte ich nach dem Stein aus, den Sie ausgesucht haben, und nicht nach dem, was gerade im Lager steht.
Materialwahl
Die Seite heißt Naturstein und Feinsteinzeug, weil beides zu meiner Arbeit gehört. Bevor Sie bestellen, sollten Sie wissen, welches Material Ihnen das bringt, was Sie sich vorstellen.
Es gibt einen dritten Weg: Feinsteinzeug in Natursteinoptik. Das ist Keramik mit der Zeichnung des Steins, und es wird auch wie Keramik verlegt und gepflegt.
Gesteinsarten
Naturstein ist ein Sammelbegriff für sehr verschiedene Gesteine. Die Härte reicht von Marmor bis Granit, die Wasseraufnahme von nahezu null bis zwanzig Prozent. Danach richtet sich alles Weitere.
Hart, säurefest, frostbeständig und abriebfest. Der unkomplizierteste Naturstein im Haus, auch in der Küche neben Wein und Zitrone. Das hohe Eigengewicht verlangt einen tragfähigen Untergrund.
Weich und polierfähig, reagiert aber auf jede Säure. Heller Marmor bekommt ausschließlich Weißzement-Kleber, grauer Kleber verfärbt ihn von unten her. Vor dem Verfugen schütze ich die Oberfläche.
Sedimentkalkstein mit sichtbaren Poren und warmer, mediterraner Wirkung. Im Bad nehme ich die gespachtelte Variante oder fülle die Poren vorher. Der Schutz hält hier kürzer als auf Granit.
Dunkel, lebendig, mit spaltrauer Oberfläche. Die Rückseite ist uneben, deshalb kommt der Kleber beidseitig oder die Platte ins Mittelbett. Aufragende Kanten prüfe ich in Barfußbereichen nach.
Warm im Ton, weich in der Oberfläche, setzt mit den Jahren Patina an. Säureempfindlich wie Marmor. Draußen nur in geschützter Lage, in Frostlagen sprengt die Feuchtigkeit das Gefüge auf.
Nimmt von allen Sorten am meisten Wasser auf und ist deshalb drinnen zu Hause. Vollständige Imprägnierung ist Pflicht, grauer Zementkleber vergilbt ihn. Draußen nur überdacht und mit Nachweis.
Härteangaben nach der Mohs-Skala, Wasseraufnahme nach Prüfung am Gestein. Welche Werte Ihr Stein hat, steht im Datenblatt des Händlers.
Verlegematerial
Bei Keramik ist die Materialwahl schnell erledigt. Bei Naturstein löst jede Eigenschaft des Steins eine eigene Vorgabe aus, und ein falsches Produkt richtet Schaden an, der sich nicht mehr wegpolieren lässt.
Weißzement-Kleber
Grauer Portlandzement führt zwei bis vier Prozent Eisenoxid im Klinker. Bei Marmor, hellem Kalkstein und Travertin wandert es durch die feinen Poren nach oben und vergilbt die Platte von unten.
Kleber beidseitig
Ab diesem Format trägt ein gekämmtes Kleberbett allein nicht mehr vollflächig. Ich trage den Kleber zusätzlich auf die Rückseite auf und kämme ihn quer zu den Furchen am Boden durch.
Entkopplungsmatte
Naturstein ist spröder als Feinsteinzeug und hat kaum Eigenelastizität. Jeder Schwindriss im Estrich kommt sonst direkt in der Platte an, bei poliertem Marmor sofort als feiner Haarriss.
Trasshaltiger Mörtel
Trass bindet den freien Kalk, der sonst mit dem Wasser nach oben wandert und als weißer Schleier auf der Fläche abtrocknet. Das gilt für das Kleberbett genauso wie für den Fugenmörtel.
Natursteinsilikon
Handelsübliches Silikon härtet unter Abspaltung von Essigsäure aus. Auf Marmor, Kalkstein und Travertin zieht sie einen matten Streifen entlang der Fuge. Natursteinsilikon vernetzt neutral.
Welches Produkt im Einzelfall passt, prüfe ich am Steinmuster und nicht am Handelsnamen. Grundlage sind die Allgemeinen Fachregeln für den Fliesenleger und die Datenblätter der Hersteller.
Aufbau
Den fertigen Boden sehen Sie. Ob er in zehn Jahren noch sitzt, hat sich darunter entschieden. Diese Lagen baue ich auf, von der Rohdecke bis zur Schutzbehandlung.
Von unten nach oben
Estrich oder Betondecke. Ich prüfe Ebenheit, Restfeuchte und lose Stellen, bevor irgendetwas darauf kommt. Was hier nicht trägt, trägt auch unter der Platte nicht.
Ein saugender Untergrund zieht dem frischen Kleber das Anmachwasser weg und stört die Erhärtung. Die Grundierung wähle ich danach, wie stark der Untergrund zieht.
Bei Rissen im Estrich, bei jungem Estrich und über Fußbodenheizung. Die Matte nimmt die Bewegung auf, bevor sie den spröden Stein erreicht, und hebt den Aufbau um wenige Millimeter an.
Im Spritzwasserbereich liegt unter dem Kleber die Verbundabdichtung. Ohne sie zieht Wasser in den Untergrund, und der Schaden wird erst Jahre später sichtbar.
Platten dürfen nach DIN EN 1341 bei dreißig Millimeter Nenndicke um drei Millimeter abweichen. Das Mittelbett gleicht diese Stärkenunterschiede aus, ein dünnes Kleberbett kann das nicht.
Kleber auf Untergrund und Rückseite, dann die Platte einschieben statt einschlagen. Hohlräume unter dem Stein führen zu Bruch unter Punktlast und draußen zu Frostsprengung.
Die oberste Lage sieht später niemand. Sie geht erst auf, wenn Kleber und Fuge vollständig durchgehärtet sind, sonst schließt sie Restfeuchte im Stein ein.
Naturwerksteinarbeiten sind in DIN 18332 geregelt, die Abdichtung im Nassbereich in DIN 18534. Beides gehört zum Angebot und nicht in eine Nachtragsrechnung.
Einsatzbereich
Die Wasseraufnahme ist der Wert, an dem sich draußen alles entscheidet. Je kälter und nasser die Lage, desto dichter muss der Stein sein.
Wohnraum, Flur und Schlafzimmer. Die Wasseraufnahme ist hier kein Ausschlusskriterium, auch der poröse Travertin liegt dort richtig. Ausgewählt wird dann nach Härte und nach Beanspruchung.
Stufe 1 von 3: bis 8 %Frostbeständig ist ein Stein, dessen Wasseraufnahme dauerhaft unter drei Prozent bleibt. Granit und dichter Schiefer erfüllen das, Sandstein und weicher Kalkstein erfüllen es dagegen nicht.
Stufe 2 von 3: unter 3 %Einfahrt, Außentreppe, Nordseite ohne Sonne. Hier bleiben Granit und Basalt mit nachgewiesener Frostbeständigkeit. Marmor und Travertin sprengt der Frost nach wenigen Wintern auf.
Rutschhemmung draußen mindestens R11, im Bad genügt R10. Die Klassen regelt DIN 51130.
Stufe 3 von 3: unter 0,5 %Der frostsichere Aufbau mit Gefälle, Drainage und Randabschluss gehört zur Terrasse und zum Balkon und steht auf der eigenen Seite dazu.
Ablauf
Naturstein braucht einen Termin mehr als Keramik, weil die Schutzbehandlung erst nach dem Durchhärten aufgetragen werden darf. Das sage ich Ihnen vorher, nicht hinterher.
Sie sagen mir, welcher Stein es werden soll und wie groß die Fläche ist. Ein Foto hilft, nötig ist es nicht.
Rückmeldung am WerktagIch messe auf, klopfe den Untergrund ab und sehe mir Ihr Steinmuster an. Dabei prüfe ich auch die Plattenstärke.
60 bis 90 MinutenSchriftlich, getrennt nach Arbeit und Material. Kleber, Fugenmörtel und Schutzbehandlung stehen einzeln darin.
innerhalb von 3 WerktagenUntergrund, bei Bedarf Entkopplung, dann die Platten mit Kleber auf beiden Seiten. Verfugt wird am Folgetag.
nach Fläche und FormatDie Imprägnierung kommt nach dem Durchhärten, die Fußbodenheizung bleibt dafür aus. Danach gehe ich die Fläche mit Ihnen ab.
28 Tage nach VerlegungDie Zeitangaben sind Richtwerte. Naturstein braucht einen Termin mehr, weil die Schutzbehandlung erst nach dem Durchhärten kommt.
Schutzbehandlung
Beide Verfahren erleichtern die Reinigung, aber sie tun es auf verschiedene Art. Ich arbeite mit Imprägnierung, weil der Stein dabei offenporig bleibt.
| Kriterium | Imprägnierung | Versiegelung |
|---|---|---|
| Wirkung | Dringt in das Porengefüge ein und macht die Porenwände wasserabweisend. | Legt einen geschlossenen Film auf die Oberfläche des Steins. |
| Aussehen | Farbe und Glanz des Steins bleiben nahezu unverändert. | Verändert den Charakter sichtbar, oft mit einem Nasseffekt. |
| Dampfdiffusion | Bleibt offen, Restfeuchte kann nach oben entweichen. | Gesperrt. Eingeschlossene Feuchtigkeit drückt den Film ab. |
| Abnutzung | Lässt gleichmäßig nach, ohne eine sichtbare Kante zu bilden. | Läuft an den Laufwegen ab und hinterlässt sichtbare Spuren. |
| Erneuerung | Alle drei bis fünf Jahre, bei starker Nutzung früher. | Ähnlicher Abstand, davor muss der alte Film abgetragen werden. |
Auf poliertem Marmor kommt nie eine Vollversiegelung, der Film platzt durch eingeschlossene Feuchtigkeit von innen ab. Und keine Behandlung macht einen säureempfindlichen Stein säurefest.
Schadensbilder
Diese Bilder zeigen sich erst Wochen bis Monate nach der Abnahme. Entschieden werden sie lange vorher, beim Material und beim Aufbau.
| Schadensbild | Ursache | Was dagegen hilft |
|---|---|---|
| Hohlstellen | Der Kleber wurde nur gekämmt aufgetragen, die Platte liegt stellenweise frei. | Kleber beidseitig auftragen und die Benetzung an einer angehobenen Platte prüfen. |
| Gelbe Schleier | Grauer Zementkleber unter einem hellen, saugfähigen Stein. | Weißzement bei Kleber und Fuge, Oberfläche vor dem Verfugen vorbehandeln. |
| Risse in der Fläche | Bewegung im Untergrund, die der spröde Stein mittragen muss. | Risse vor der Verlegung aufnehmen und den Belag bei Bedarf entkoppeln. |
| Weiße Ausblühungen | Kalk und Salze wandern mit Feuchtigkeit aus dem Untergrund nach oben. | Trasshaltiger Mörtel, hohlraumfreie Verklebung, kein stehendes Wasser im Aufbau. |
Keines dieser Bilder lässt sich nachträglich sauber beheben. Hohlstellen und Risse bedeuten Rückbau, Verfärbungen bleiben im Stein.
Pflege, Materialeigenschaften und der Außenbereich im Einzelnen:
Fragen
Nein. Grauer Standardkleber führt Eisenoxid und freien Kalk mit sich, beides wandert in die Kapillaren heller Steine und erzeugt Verfärbungen, die sich nicht mehr herauspolieren lassen. Ich verlege Naturstein in Natursteinkleber, bei hellen Steinen in der Weißzement-Variante. Der Aufpreis dafür ist klein gegen den Schaden, den ein falscher Kleber anrichtet.
Die nenne ich Ihnen vor der Bestellung. Kalkhaltige Steine wie Marmor, Kalkstein und Travertin reagieren auf Säure, ein verschütteter Rotwein hinterlässt eine matte Stelle. Der Schutz muss alle paar Jahre erneuert werden. Und die Fläche sieht nie exakt so aus wie das Muster, weil jede Platte eine eigene Zeichnung hat. Wer damit leben kann, bekommt einen Boden, der Jahrzehnte hält.
Bei kalkhaltigem Stein nicht. Essig, Zitrus- und Kalkreiniger lösen den Calcit aus der Oberfläche und ätzen die Politur an, das ist nicht reversibel. Granit und Quarzit vertragen mehr. Welcher Reiniger zu Ihrem Stein passt, schreibe ich bei der Abnahme auf.
Ja, und er leitet Wärme sogar besser als Keramik. Die Steine speichern die Wärme und geben sie langsam ab. Wichtig ist das Hochfahren: nach der Verlegung und nach jeder längeren Abschaltung steigere ich die Vorlauftemperatur in kleinen Schritten, höchstens 5 Kelvin pro Stunde. Zu schnelles Aufheizen reißt besonders Marmor und Schiefer.
Im Handel gilt fast jeder polierfähige Stein als Marmor, auch Kalkstein, Travertin und Dolomit. Geologisch sind das verschiedene Gesteine mit sehr unterschiedlicher Härte und Säurefestigkeit. Deshalb richte ich Kleber, Fugenmörtel und Imprägnierung nach dem Mineralbestand des Musters aus, nicht nach dem Namen auf dem Lieferschein.
Manchmal. Der Altbelag muss hohlstellenfrei sitzen, und die zusätzliche Aufbauhöhe muss an Türen und Übergängen hineinpassen. Naturstein ist spröder als Keramik, jede Bewegung im Untergrund kommt in der Platte an. Ob es trägt, entscheide ich beim Aufmaß durch Abklopfen, nicht am Telefon.
Kontakt
Schildern Sie Ihr Vorhaben in zwei Sätzen. Wenn Sie schon ein Muster oder ein Datenblatt haben, bringen Sie es zum Aufmaß mit. Ich melde mich am selben Werktag.
