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Großformatplatte wird im Versatz angesetzt, Zahnkelle mit Kleberriefen und Fugenkreuze daneben

Das Muster entscheidet,bevor der Kleber kommt

Welches Format der Untergrund trägt, welcher Verband zu welcher Platte passt und wie viel Material das Muster zusätzlich verbraucht. Mit Verlegeplan vor dem ersten Schnitt.

Verlegeplan vor BeginnAufmaß vor OrtMeisterbetrieb

Format

Lange Kanten verzeihen am wenigsten

Je länger die Kante, desto weniger verzeiht die Platte. Eine Senke, die unter Mosaik niemandem auffällt, drückt sich bei einer langen Platte als Absatz an der Fuge durch. Die Formatwahl ist deshalb immer auch eine Entscheidung über die Vorarbeit.

10 × 10

Mosaik

Viele Fugen, dadurch viel Griffigkeit und ein Belag, der sich an Gefälle und Rundungen anlegt. Der Untergrund darf uneben sein, die Fuge nimmt das auf.

Stufe 1 von 5: 10 × 10
30 × 60

Wandformat

Der ruhige Standard an der Wand. Eine leichte Welle im Putz verzeiht das Format immer noch, und eine einzelne Platte lässt sich gut allein ansetzen und ausrichten.

Stufe 2 von 5: 30 × 60
60 × 60

Standard

Das häufigste Bodenformat überhaupt. Ab hier zählt die Ebenheit des Untergrunds spürbar mit, denn kleine Senken zeichnen sich an den Kanten der Platte ab.

Stufe 3 von 5: 60 × 60
60 × 120

Langformat

Lange Kante, geringe Toleranz. Der Untergrund muss sauber ausgeglichen sein, und das Muster entscheidet jetzt über das Ergebnis, nicht mehr nur über die Optik.

Stufe 4 von 5: 60 × 120
ab 120

Großformat

Der Untergrund muss eben sein, das Ansetzen geht nur zu zweit, und die Platte ist schwer. Im Altbau kommt vor der Verlegung fast immer eine Lage zum Ausgleich dazu.

Stufe 5 von 5: ab 120

Maße in Zentimetern. Welche Ausgleichslage im Einzelfall nötig wird, sehe ich beim Aufmaß am Untergrund.

Verband

Die Muster und was sie an Arbeit kosten

Diese Verbände decken so gut wie jede Wohnfläche ab. Sie unterscheiden sich im Bild, im Materialverbrauch und darin, wie empfindlich sie auf lange Formate reagieren.

Ruhig

Kreuzfuge

Fuge auf Fuge, Reihe für Reihe. Das ruhigste Bild, das geringste Risiko und der geringste Materialverlust. Es passt zu Großformat und zu kleinen Räumen, weil nichts die Fläche zerlegt.

Versetzt

Halber Versatz

Jede Reihe springt um die halbe Länge. Das klassische Mauerwerksbild, lebendig und vertraut. Bei langen Platten liegt der Versatz allerdings genau dort, wo die Platte am empfindlichsten ist.

Versetzt

Drittel-Versatz

Jede Reihe springt um ein Drittel der Länge. Das Bild wirkt moderner als der halbe Versatz, und die Kante der Nachbarplatte trifft nicht mehr auf deren Mitte. Die übliche Wahl bei langen Formaten.

Schräg

Diagonal

Um 45 Grad gedreht verlegt. Kleine Räume wirken dadurch größer, weil der Blick der längeren Achse folgt. Zum Rand hin wird die Fläche kleinteilig, und genau dort entsteht der Verschnitt.

Aufwendig

Fischgrät

Platten im rechten Winkel ineinander gesetzt. Ein Gestaltungsmuster, kein Standard, zuhause vor allem bei Holzoptik. Jede Reihe endet angeschnitten, die Planung muss vor dem ersten Kleber stehen.

Frei

Wilder Versatz

Der Versatz folgt keiner Regel, jede Reihe beginnt anders. Das Bild wirkt natürlich gewachsen und eignet sich besonders für Dielenformate. Der Rest einer Reihe beginnt die nächste, dadurch bleibt wenig übrig.

Verschnitt

Verschnitt je Verlegemuster

Der Verschnitt schlägt unmittelbar auf die Materialmenge durch, der Mehraufwand an Arbeitszeit kommt oben drauf. Die Werte sind Anteile der Fläche und gelten für einen normal geschnittenen Raum.

  • Kreuzfugegeringer Aufwand

    5 bis 10
  • Versatzverbandhalb oder gedrittelt

    7 bis 10
  • Diagonalhoher Aufwand

    10 bis 18
  • Fischgrätsehr hoher Aufwand

    12 bis 20

Angaben in Prozent der Fläche. Pauschale Empfehlungen des Handels liegen mit 10 bis 15 Prozent höher, weil sie den Zuschnitt am Rand nicht kennen. Nach dem Aufmaß rechne ich die Menge für Ihre Fläche aus.

Formatregeln

Regeln, die über dem Geschmack stehen

Diese Regeln stehen über dem Geschmack. Sie entscheiden nicht über das Gefallen, sie entscheiden darüber, ob sich die Fläche am Ende eben anfühlt.

  • Die Platte ist länger als 60 cm

    Versatz höchstens um ein Drittel

    Eine lange Platte baucht in der Mitte minimal auf, das lässt der Brennvorgang kaum anders zu. Beim Versatz um die halbe Länge trifft die Kante der Nachbarplatte genau auf diesen höchsten Punkt, und an der Fuge entsteht ein fühlbarer Absatz.

  • Die Fläche bekommt Großformat

    Kreuzfuge oder Drittel-Versatz

    Für große Platten sind diese beiden Muster die verlässliche Wahl. Stärkere Versätze erzeugen optische Kanten, die über eine zusammenhängende Fläche als Linie sichtbar werden und den ruhigen Eindruck zerstören, für den das Großformat gewählt wurde.

  • Die Ware ist rektifiziert

    Schmale Fuge, Versatzbild bleibt präzise

    Nachgeschnittene Kanten erlauben eine sehr schmale Fuge, und erst dadurch wird der Versatz als klare Linie lesbar. Wie schmal sie ausfallen darf, hängt am Format und an der Maßtoleranz der einzelnen Platte.

  • Das Muster dreht die Fläche

    Mehr Material, mehr Arbeitszeit

    Diagonal und Fischgrät laufen zum Rand hin kleinteilig aus. Jede angeschnittene Platte kostet einen Schnitt und hinterlässt einen Rest, der meist nicht mehr passt. Der Mehrverbrauch steht oben in der Skala, der Zeitaufwand kommt zusätzlich.

Der zulässige Höhenunterschied an einer Fuge ist ein Prüfmaßstab für die fertige Fläche und steht auf der Referenzseite.

Startpunkt

Der Startpunkt entscheidet über jeden Rand

Der Startpunkt ist die am meisten unterschätzte Entscheidung der ganzen Verlegung. Er bestimmt, wo die angeschnittenen Platten landen, und das sieht man später an jedem Rand.

Woran ich die Achse ausrichte

  • Die Achse durch die Raummitte, wenn die Fläche an beiden Rändern gleich enden soll
  • Die Kante vor der Tür, weil die erste volle Reihe genau dort als Erstes ins Auge fällt
  • Die lange Wand als Bezug, damit die Fugen parallel zur Blickrichtung laufen
  • Die Dusche oder der Ablauf, wenn ein Gefälle in die Fläche eingearbeitet wird
  • Die sichtbarste Ecke zuerst, damit der Anschnitt dort nicht ausgerechnet landet

Was dadurch festliegt

  • Wie breit die angeschnittene Reihe an jedem Rand ausläuft
  • Ob der Keil im schiefen Raum sichtbar oder verdeckt endet
  • Wie viele volle Platten je Reihe tatsächlich in die Fläche gehen
  • Wo die Platten unter Möbeln und Sockelleisten verschwinden
  • Ob die Fuge auf eine Türzarge oder auf eine Ecke zuläuft

Im Altbau läuft fast jede Wand leicht schief. Dann entscheidet die Achse darüber, an welcher Wand der keilförmige Anschnitt ausläuft.

Raumwirkung

Die Fuge führt den Blick durch den Raum

Format, Richtung und Verband verändern, wie ein Raum wahrgenommen wird. Die Wirkung folgt daraus, wohin die Fugen den Blick führen.

Schmaler Raum

Rechteckige Platten quer zur langen Wand verlegen. Die Fugen betonen die kurze Achse, der Raum wirkt breiter.

Format
Rechteckig
Richtung
Quer zur Länge

Kleiner Raum

Helles Großformat mit schmaler Fuge gibt Weite, weil wenige Linien die Fläche teilen. Diagonal wirkt in dieselbe Richtung.

Format
Groß und hell
Muster
Kreuzfuge oder schräg

Niedriger Raum

Senkrechte Verlegung an der Wand bis unter die Decke streckt den Raum nach oben. Schmale Fugen verstärken die Wirkung.

Fläche
Wand
Richtung
Senkrecht stehend

Großer Raum

Eine weite Fläche verträgt ein Muster mit Eigenleben. Fischgrät oder ein wilder Versatz nehmen ihr die Leere.

Fläche
Zusammenhängend
Muster
Mit Eigenleben

Die Wirkungen gelten für den Regelfall. Treffen mehrere zusammen, richte ich mich nach der Fläche, die am meisten zu sehen ist.

Albert Neziraj nimmt in einem Altbad mit Zollstock und Block Maß

„Den Verlegeplan zeichne ich, bevor der erste Sack Kleber angerührt ist. Wer am Plan sieht, wo die Anschnitte landen, diskutiert nicht nachher über den Rand.“

Albert NezirajFliesenlegermeister, 15 Jahre im Rhein-Ruhr-Gebiet
15Jahreim Fliesenlegerhandwerk
40Städteim Einsatzgebiet

Fragen

Häufige Fragen zu Format und Verband

Kontakt

Verlegeplan statt Bauchgefühl

Schicken Sie mir die Maße des Raums und das Format, das Ihnen vorschwebt. Ich rechne die Menge, zeichne den Plan und zeige Ihnen, wo die Anschnitte landen.

Für die Eingangsbestätigung. Ohne Adresse melde ich mich telefonisch.

Fotos helfen, sind aber kein Muss. Schicken Sie sie gern per Mail nach.

Albert Neziraj in Arbeitskleidung in einem Bad im Rohbau
Albert NezirajFliesenlegermeister
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