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Dichtschlämme wird auf Estrich gerollt, Dichtband in der Ecke und Manschette am Bodenablauf
Albert Neziraj in Arbeitskleidung in einem Bad im Rohbau
Albert NezirajIhr Fliesenleger

Was dicht hält,sehen Sie später nicht

Unter der Fliese liegt die Abdichtung, und seit 2017 regelt die DIN 18534, wie sie auszuführen ist. Ein Fehler darin zeigt sich erst Jahre später, dafür dann an der Wand im Nachbarzimmer.

Klasse je FlächeProtokoll inklusiveAufmaß kostenlos

Begriff

Eine Abdichtung ist mehr als Dichtschlämme

Viele Bäder, die ich öffne, haben etwas, das wie eine Abdichtung aussieht. Die Norm versteht darunter ein aufeinander abgestimmtes System, und dazu gehört mehr als ein Eimer Dichtschlämme.

Das gehört dazu

  • Eine Grundierung, die sowohl zum vorhandenen Untergrund als auch zum Abdichtungsstoff passt.
  • Der Abdichtungsstoff selbst, entweder flüssig aufgetragen oder als Bahn verlegt und verklebt.
  • Dichtbänder in jeder Ecke und an jedem Anschluss an ein angrenzendes Bauteil des Raums.
  • Dichtmanschetten an jeder Rohrdurchführung und an jedem Bodenablauf innerhalb der Fläche.
  • Alle Teile aus einem einzigen geprüften System, das als Ganzes nachgewiesen worden ist.

Das ist keine Abdichtung

  • Eine umlaufende Silikonfuge. Die Norm erkennt sie nicht als Abdichtung an.
  • Der Fliesenbelag selbst, denn Fuge und Scherben lassen Wasser durch.
  • Eine wasserfeste Bauplatte, sie ist Untergrund und keine Dichtschicht.
  • Ein einzelnes Produkt ohne Nachweis für den Verbund mit den übrigen.

Der Nachweis gilt immer für das System als Ganzes und nicht für das einzelne Produkt. Wer Grundierung, Schlämme und Dichtband aus verschiedenen Häusern mischt, hat am Ende lauter gute Produkte und keinen Nachweis.

Beanspruchung

Jede Fläche bekommt ihre eigene Klasse

Die Norm bewertet jede Fläche für sich, eine Pauschale je Raum kennt sie nicht. Aus der erwarteten Wassereinwirkung folgt die Klasse, und aus der Klasse folgt alles Weitere: welcher Untergrund bleiben darf und welche Abdichtung darauf kommt.

W0-I

Wand am Waschtisch

Flächen mit nur seltenem Spritzwasser. Dazu zählen Wandflächen außerhalb von Dusche und Spüle sowie Böden ohne Ablauf in Küche, Gästebad oder Hauswirtschaftsraum. Für diese Flächen verlangt die Norm keine eigene Abdichtung.

Stufe 1 von 4: W0-I
W1-I

Boden im Bad

Häufiges Spritzwasser, aber ohne anstauendes Wasser. Dazu zählen die Wand über der Wanne, die Duschwand und der Boden im Bad. Jede Bodenfläche mit einem eigenen Ablauf fällt hier hinein, auch außerhalb des Badezimmers.

Stufe 2 von 4: W1-I
W2-I

Boden der Dusche

Häufiges Brauchwasser, zeitweise durch anstauendes Wasser verstärkt. Im Privatbad trifft das auf die Fläche einer bodengleichen Dusche zu. Abdichten ist Pflicht, feuchteempfindliche Untergründe fallen weg.

Stufe 3 von 4: W2-I
W3-I

Gewerbliche Dusche

Sehr häufige oder lang anhaltende Einwirkung, dazu intensive Reinigung. Öffentliche Duschanlagen, Beckenumgänge, Großküchen und Wäschereien. Im Wohnungsbau kommt diese Klasse praktisch nicht vor.

Draußen gilt eine andere Norm. Für Balkon und Terrasse ist DIN 18531-5 zuständig.

Stufe 4 von 4: W3-I

W steht für die Wassereinwirkung, die Ziffer für ihre Intensität, das I für den Innenraum. Welche Klasse bei Ihnen auf welcher Fläche liegt, lege ich beim Aufmaß fest und schreibe es ins Angebot.

Untergrund

Mit der Klasse steht fest, was bleiben darf

Die Klasse legt die Abdichtung fest und gleich dazu, welcher Untergrund darunter bleiben darf. Daran scheitern Sanierungen, bei denen der alte Aufbau eigentlich stehenbleiben sollte.

  • Die Fläche fällt in W0-I

    Gips zulässig

    Nur in der untersten Klasse dürfen feuchteempfindliche Untergründe bleiben. Gipsputz, Gipskartonplatten, Calciumsulfatestrich und Holzwerkstoffe sind dort zulässig, und eine Abdichtung verlangt die Norm nicht.

  • Die Fläche fällt in W2-I oder höher

    nur zementgebunden

    Ab dieser Klasse sind feuchteempfindliche Untergründe nicht mehr erlaubt. Zulässig bleiben Beton, Betonplatten, Zementestrich und Zementputz sowie Verbundelemente aus Polystyrol mit Mörtelbeschichtung und Gewebe.

  • Im Bad liegt Calciumsulfatestrich

    Prüfung vor Zusage

    Der Estrich kann bleiben, solange die Fläche in W0-I oder W1-I fällt und die Restfeuchte stimmt. Für den Boden einer bodengleichen Dusche reicht er nicht. Das entscheidet sich beim Aufmaß, nicht am Telefon.

  • Jede Fläche wird einzeln bewertet

    Fläche vor Raum

    Die Norm kennt keine Badezimmer-Pauschale. Wand und Boden desselben Raums können in verschiedene Klassen fallen, und ob privat oder öffentlich genutzt wird, spielt für die Einstufung keine Rolle.

  • An der Wand wird W3-I verlangt

    bahnenförmig

    Seit der Änderung der Norm sind plattenförmige Abdichtungsstoffe bis einschließlich W2-I vorgesehen. Bahnenförmige Verbundabdichtungen sind an der Wand auch in der höchsten Klasse zugelassen.

Diese Zuordnung stammt aus DIN 18534, Teil 1. Sie ist der Grund, warum ich beim Aufmaß an den Untergrund gehe, bevor ich über Fliesen rede.

Details

Die Stellen, an denen es undicht wird

Eine Dichtschicht in der Fläche bekommt fast jeder hin. Undicht wird es dort, wo sie auf ein anderes Bauteil trifft. Diese Punkte arbeite ich ab, bevor die erste Rolle über die Fläche geht.

5 cm über OKFF

Boden-Wand-Ecke

Hier bewegt sich das Bauteil, und hier reißt jede starre Schicht. In die Ecke kommt ein Dichtband, mindestens fünf Zentimeter überlappend verklebt und fünf Zentimeter über die Oberkante des fertigen Bodens geführt.

Manschette

Rohrdurchführung

Jedes Rohr, das durch die Abdichtung stößt, bekommt eine vorgefertigte Dichtmanschette. Verguss mit Dichtstoff oder ein Nachstreichen mit Schlämme reicht nicht, weil die Schicht dort später arbeitet.

eigenes Detail

Türanschluss

Die Schwelle ist der Punkt, an dem die Abdichtung endet und das Wasser trotzdem weiterwill. Der Durchgang wird deshalb gesondert abgedichtet, sonst zieht die Feuchtigkeit über Jahre hinweg in den Estrich des angrenzenden Raums.

Flansch ab 50 mm

Bodenablauf

Der Ablauf wird über einen Flansch mit der Dichtmanschette verbunden und so in den Verbund eingearbeitet. Der Installateur setzt das Gehäuse, ich binde es ein. An dieser Schnittstelle entstehen die meisten Schäden.

Jeder dieser Punkte ist in der Norm geregelt, der Bodenablauf sogar in einem eigenen Teil. Zusammen kosten sie weniger als einen halben Tag und tragen die Dichtheit des ganzen Raums.

Vorarbeiten

Vor dem ersten Anstrich

Die Abdichtung ist der sichtbarste Teil dieser Leistung und zugleich der kürzeste. Davor liegen Schritte, die darüber bestimmen, ob sie später hält.

In dieser Reihenfolge

  1. Bestand prüfen

    Eignung

    Tragfähigkeit, Risse, lose Stellen und die Frage, ob der vorhandene Untergrund für die geplante Abdichtungsbauweise überhaupt zugelassen ist.

  2. Feuchte messen

    CM-Methode

    Die Belegreife wird gemessen, nicht geschätzt. Nach der VOB ist das die Aufgabe des Gewerks, das den Belag aufbringt, und damit meine.

  3. Ausgleichen

    nach Bedarf

    Unebenheiten und Löcher gehen vor der Abdichtung weg. Eine Dichtschicht, die über eine Vertiefung gezogen wird, steht dort später im Wasser.

  4. Entkoppeln

    wenn nötig

    Arbeitet der Untergrund, kommt eine Entkopplungslage dazwischen. Sie nimmt die Bewegung auf, bevor sie die Abdichtung und den Belag erreicht.

  5. Grundieren

    Systemteil

    Die Grundierung gehört zum geprüften System dazu. Sie regelt das Saugverhalten und entscheidet über die Haftung der Dichtschicht.

Die Reihenfolge ist verbindlich. Wer eine Lage überspringt, verlegt auf einem Untergrund, der die nächste nicht trägt.

Belegreife

Belegreif ist ein gemessener Wert

Ein Estrich, der zu früh belegt wird, schwindet unter dem Belag weiter. Der Belag gerät unter Spannung, und das endet in Rissen oder hohl liegenden Fliesen. Maßgeblich ist der gemessene Wert, nicht die Wartezeit.

EstrichartGrenzwertWas dahintersteckt
Zementestrich2,0 CM-%Richtwert für keramische Beläge, Natur- und Betonwerkstein.
Zementestrich, beheizt1,8 CM-%Strenger, weil die Heizung dem Belag später Wärme und Bewegung zuführt.
Calciumsulfatestrich0,5 CM-%So steht es in DIN 18560. Das belegende Handwerk arbeitet weiter mit 0,3.

Werte nach dem BauPortal der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, angelehnt an das ZDB-Merkblatt zu Belägen auf Zement- und Calciumsulfatestrichen. Liegt der Wert zu hoch, hilft nur Zeit oder ein Trockner, und die Trocknung wird mit jeder Woche langsamer.

Ablauf

Von der Bewertung der Fläche bis zum Protokoll

Abdichten ist selten ein eigener Auftrag. Meistens steckt es in einer Badsanierung, und dann läuft es so ab.

  1. 01

    Anfrage

    Sie schildern, was ansteht: Neubau, Sanierung oder ein Schaden, der schon sichtbar ist. Fotos helfen mir bei der Einschätzung.

    Rückmeldung am Werktag
  2. 02

    Prüfen vor Ort

    kostenlos

    Ich bewerte jede Fläche nach ihrer Wassereinwirkung, prüfe den Untergrund und messe die Restfeuchte im Estrich.

    60 bis 90 Minuten
  3. 03

    Angebot

    Schriftlich, mit der Klasse je Fläche und dem passenden Aufbau. Abdichtung und Vorarbeiten stehen als eigene Posten darin.

    innerhalb von 3 Werktagen
  4. 04

    Details zuerst

    Ecken, Durchdringungen, Türanschluss und Ablauf werden vor der Fläche gesichert. Danach kommt die Dichtschicht darüber.

    nach Flächengröße
  5. 05

    Dokumentieren

    Ich halte Messwerte, verwendetes System und die Ausführung fest und übergebe Ihnen das zusammen mit dem Bad.

    1 Protokoll

Die Zeitangaben sind Richtwerte für eine Badfläche. Verbindlich wird der Termin nach dem Aufmaß.

Fragen

Häufige Fragen

Kontakt

Sagen Sie mir, was unter die Fliese soll

Neubau, Sanierung oder ein Schaden, der schon sichtbar ist. Schildern Sie es in zwei Sätzen, ich melde mich am selben Werktag und schlage einen Termin für das Aufmaß vor.

Für die Eingangsbestätigung. Ohne Adresse melde ich mich telefonisch.

Fotos helfen, sind aber kein Muss. Schicken Sie sie gern per Mail nach.

Albert Neziraj in Arbeitskleidung in einem Bad im Rohbau
Albert NezirajFliesenlegermeister
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